Offshore wird in Turns gearbeitet: Eine Crew ist für einen festgelegten Zeitraum an Bord oder auf der Anlage, dann wird gewechselt. Dieser Wechsel - der Crew Change - hängt an Bedingungen, die niemand steuert. Wellenhöhe, Windgeschwindigkeit und Sicht entscheiden darüber, ob ein Transferschiff anlegen oder ein Hubschrauber fliegen kann.
Was passiert, wenn das Fenster zugeht
Die Crew an Bord bleibt länger, als geplant war. Die Crew an Land wartet, ist aber bereits disponiert und steht damit nicht für anderes zur Verfügung. Wohnschiff oder Hotel laufen weiter. Standby-Tage summieren sich. Und je nach Vertragslage verschieben sich Ruhezeiten, die eingehalten werden müssen, bevor die abgelöste Crew wieder eingesetzt werden darf.
Aus einem verschobenen Tag werden dadurch schnell mehrere - nicht linear, sondern über die Kette der nachfolgenden Turns.
Wo die Planung ansetzen kann
- Puffer in der Turn-Planung statt auf Kante genähter Wechsel - der billigste Puffer ist der, den man nicht braucht
- Ersatzpersonal, das kurzfristig einspringen kann, ohne dass die Qualifikationsmatrix zusammenbricht
- Eine Ansprechperson auf Dienstleisterseite, die disponieren darf, statt ein Ticketsystem, das erst am Montag antwortet
- Klare Regeln, wie Standby-Tage abgerechnet werden - bevor der erste anfällt
Der Punkt, an dem es teuer wird
Am kritischsten sind Verschiebungen gegen Ende einer Kampagne. Zu Beginn lässt sich ein verlorener Tag noch aufholen; kurz vor dem Fertigstellungstermin nicht mehr. Wer die Personalplanung so aufsetzt, dass die letzten Wochen die größten Reserven haben statt der ersten, verschiebt das Risiko dorthin, wo es sich noch tragen lässt.
