Quereinstieg in die Windenergie: Was Facharbeiter wirklich mitbringen müssen

Der Markt gibt nicht genug fertige Windenergie-Techniker her. Für Facharbeiter aus Elektro, Mechanik und Industrie ist das eine Gelegenheit - wenn drei Dinge stimmen.

AllCon RedaktionPersonaldienstleister für On- & Offshore Wind
Erfahrener Industriemechaniker lässt sich an einem Getriebe-Trainingsaufbau eine Baugruppe erklären

Es gibt keinen Ausbildungsberuf „Windenergietechniker” in nennenswerter Zahl. Die Menschen, die heute auf Anlagen arbeiten, kommen fast alle aus anderen Gewerken: Elektroniker, Industriemechaniker, Mechatroniker, Anlagenmechaniker, Schlosser. Der Quereinstieg ist in dieser Branche nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall.

Was zählt - und was nicht

Entscheidend ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem technischen Beruf. Wer schrauben, messen und lesen kann, was in einem Schaltplan steht, bringt das Wesentliche mit. Was nicht zählt: Erfahrung ausgerechnet an Windenergieanlagen. Die lässt sich aufbauen, das Grundhandwerk nicht.

Drei Voraussetzungen, die nichts mit Technik zu tun haben

Die häufigsten Gründe, warum ein Quereinstieg scheitert, liegen nicht im Fachlichen:

  • Höhentauglichkeit - nicht als Mutprobe, sondern als arbeitsmedizinische Voraussetzung. Wer sie nicht hat, kann fachlich hervorragend sein und trotzdem nicht auf die Anlage.
  • Reisebereitschaft - Anlagen stehen dort, wo Wind ist, und das ist selten vor der Haustür. Wer Montage kennt, weiß, worauf er sich einlässt.
  • Bereitschaft zur Schulung - die ersten Monate bestehen aus Zertifikaten, nicht aus Einsätzen.

Der Weg in den ersten Einsatz

Realistisch beginnt der Einstieg onshore. Dort sind die Wege kürzer, die Einsätze planbarer und die Fehlertoleranz größer als auf einer Plattform 80 Kilometer vor der Küste. Wer sich dort bewährt und die nötigen Nachweise sammelt, kann in die Offshore-Einsätze hineinwachsen - nicht umgekehrt.

Für Arbeitgeber ist das eine Investitionsfrage. Schulungen, Ausrüstung und die Zeit bis zur ersten produktiven Woche kosten Geld, bevor der erste Einsatz abgerechnet wird. Wer diese Investition trägt, hat ein Interesse daran, dass die Person bleibt - was für beide Seiten der bessere Ausgangspunkt ist.

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